Dienstag, 2. Februar 2016

Mein Weg zur Mode


Ich lese sehr gerne das Montagsinterview wie das von heute

Ich habe dabei nachgedacht, wie mein Weg zur Mode bisher verlaufen ist.

Mein Start in die Mode war eher schwierig, weil meine Mutter sehr genaue Vorstellungen hatte, was ich als Kind zu tragen hatte. Ich kann mich nicht mehr so recht erinnern, aber ich wollte gerne Kleidchen tragen, musste aber Hosen. Auch gerne Sachen, die andere Kinder schon getragen hatten, dabei war ich doch ein Einzelkind.
Es war schwierig Kleidung zu finden, mein Körper wollte nicht wirklich in die gängigen Kinderklamotten passen, war ich doch als Kind schon größer und stärker (benutzen wir hier mal dieses Wort, denn als dick kann ich mich auf Bildern als Grundschulkind nicht empfinden)
Es war also jedes Mal eine Qual einkaufen zu gehen.
Es gibt nicht sehr viele Fotos von mir, aber mit 11 oder 12 dominiert rosa in meiner Kleidung.
Danach kam die Teenager Phase, da trug ich dann hauptsächlich Schwarz und liebte New Wave und Punk.
Und immer das Gefühl in einem hässlichen Körper zu stecken. Das Gefühl wurde von außen verstärkt.

Aber in mir schlummerte immer die Glitzerprinzessin, die ich ja nie sein durfte und das war Anfang der 90iger ja auch nicht in.
Später dann kam die Grunge Zeit, ich lebte das erste Mal in meinem Leben allein und kaufte mir auch Kleidung und Schuhe selber - war halt Grunge, da konnte man nicht viel falsch machen. Den Stil verfolgte ich viele Jahre, war einfach, immer nur Hosen und T-shirts, bewundert habe ich allerdings immer die Frauen, die sexy oder elegant sein konnten. Irgendwie fand ich nie die passende Kleidung.

Kleidung wurde nie alt bei mir, sie passte nach einem oder 2 Jahren ja nicht mehr.
Kleidung war auch immer Verhüllung, was kaschiert gut?
Mein Gewicht schwankte, keine Diät, keine Ernährungsumstellung war erfolgreich.
Ich wollte aber gut gekleidet sein, egal mit welcher Größe.
Kleidergröße 42 war das schlankste der Gefühle, ich hatte sogar eine Bluse von Zara...
Schon damals fing ich an, kein Schwarz mehr zu tragen. Helle, bunte Farben gefielen mir.

Trotz erheblicher Gewichtsschwankungen fing ich an mich mehr mit Mode zu identifizieren. Ich glaube, Sex and the City hat dazu stark beigetragen. Da sah ich verschiedene Stile, Kleidung die in meinem Umkreis niemand tragen würde - aber mir gefiel das, das Aufbrezeln.

Seit ein paar Jahren habe ich es eingesehen: Schlank macht nicht Glücklich und Diäten machen einfach nur unglücklich und krank.

Darum habe ich mir Kleidung gesucht, die zu mir passt. Da ja jetzt alles schon seit Jahren passt und nicht mehr zu groß oder zu klein ist, platzt mein Kleiderschrank.
Ach ja, und ich stelle fest, dass Kleidung auch kaputt gehen kann, leider.
Heutzutage gibt es ja Kleidung für jeden Geschmack und jede Kleidergröße
Kaschieren ist nicht mehr, mir ist der Wohlfühlfaktor und der Ausdruck wichtiger.
Mein absoluter Wunschtraum (und der Alptraum meines platzenden Kleiderschranks) ist es als dicke Frau einfach in einen Laden zu gehen und mir die gleichen supertollen Klamotten kaufen zu können wie Frauen mit Größe 36.

Ich tu mir noch etwas schwer, meine Pfunde zu lieben, klar nach 30 Jahren Kampf. Aber ich erkenne die Vorteile, nicht klein, zart und zerbrechlich zu sein.
Vor mir hat man Respekt und Vertrauen, mich trägt niemand weg und mich weht kein Wind um.
Darum darf man das auch sehen.

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