Dienstag, 26. Mai 2015

Fett sein in dieser Welt

Ich habe schon mehrfach von der Umfrage gehört, in der die meisten Personen angegeben haben, sie wären lieber see- oder hörbehindert als fett.
So erklären sich die Stimmen die Tess Holiday als unverantwortlich, kein Vorbild etc. verurteilen.

Ich bin wirklich schockiert von so viel Engstirnigkeit.
Fett sein kann man sowenig ändern wie Dummheit, das ist wahrscheinlich das Problem.
Klar, es gibt immer wieder Fälle - 30 kg abgenommen in 3 Stunden, 90 kg abgenommen in einer Woche, Abgenommen nur durch das Anschauen von Heidi Klum, etc. pp.
Aber hat sich schon jemand mal gefragt, was aus diesen Menschen, so es sie gegeben hat, geworden ist?
Ich habe mein momentanes Körpergewicht mindestens einmal komplett ab und dann wieder zugenommen, über 30 Jahre hinweg immer wieder rauf und runter, Nennt mich Mrs. Jojo.
Ich saß neben schlanken, dünnen Menschen, die sich in ihrem Leben noch nie Gedanken zu Ernährung gemacht hatten und mümmelte wahlweise Apfelschnitze, Paprika, Gurken oder einfach gar nichts, während die Anderen Pizza, Burger in sich hineinstopften.
Ich wurde immer bestraft dafür, dass ich nicht normalgewichtig war, mit Blicken, doofen Sprüchen, gutgemeinten Sprüchen, Mitleid, mit einem nicht vorhandenen Körpergefühl...
Am schlimmsten war es immer, wenn ich abgenommen hatte. Ich hasste diese Aufmerksamkeit.
Oh wow, wieviel hast Du abgenommen? 30 kg? Du siehst so super aus!
Das klang für mich immer, ach ja, vorher hast Du scheiße ausgesehen, jetzt kann man dich wenigstens anschauen....
Ich kann unheimlich konsequent sein, ich habe mich jahrelang von ca. 800 kcal am Tag ernährt, damit habe ich ca. Kleidergröße 42 geschafft, war am Schluss nur krank, habe gefroren und mein Magen war am Arsch.
Ich habe mich auch gern mit der kleinen Kleidergröße im Spiegel gesehen, auch wenn ich mich da noch immer als Fett empfunden habe, und mich für jedes Kg gehasst, dass ich wieder zugenommen habe.
Immer.
Bis jetzt.
Ich bin nämlich sehr froh, dass es Menschen wie Beth Ditto oder Tess Holiday gibt.
Das sind Vorbilder für all die Menschen, die ihren Körper hassen.
Sie sollen zeigen, auch mit "Fehlern" wie Übergewicht, Segelohren, schiefen Zähnen etc. kann man es weit bringen, wenn man an sich selbst glaubt.
Ich arbeite jeden einzelnen Tag daran, an mich zu glauben, mich nicht zu hassen, das Leben zu genießen und mich von keinem Stinkstiefel unterkriegen zu lassen.
Es ist schwierig, aber diese Vorbilder helfen mir.
Ich hoffe, viele folgen diesen Beispielen.

Mittwoch, 6. Mai 2015

#Schreibzeit Im Moment

Im Moment…
.denke ich: - endlich Frühling, Wachswetter, draußen sein Wetter.
                  - zuviel, viel Arbeit, viele Aufgaben zu Hause, will mehr und die Zeit fühlt sich immer knapper an
.mag ich: Sonne, Garten, Vogelgezwitscher, einfach mal was lesen,
.mag ich nicht: all die negativen Nachrichten, den Egoismus in unserer Gesellschaft, überall im Alltag Leute, die sich auf der Straße rüpelhaft verhalten, einem die Türe vor der Nase zuknallen, bevor man durchgehen kann, die neben einem rauchen, während man noch isst, die unberechtigter Weise auf dem Behindertenparkplatz parken.
.fühle ich: Müdigkeit, Schwäche gegenüber den negativen Einflüssen. Deshalb den Willen mein Leben positiv zu gestalten. Leben! 
.trage ich: leichte Sachen, in Frühlingsfarben. Alles was mir gefällt. Heute einen Korb mit Gemüse mit mir herum
.brauche ich: Ruhe, einfach ein ruhiges Plätzchen und ein Mittagsschläfchen - bekomme ich leider nicht 
.nervt mich: Siehe mag ich nicht
.will ich: den Eurojackpot gewinnen :-)
.höre ich: SWR3, Spotify, Klassik und ganz viele Hörbücher, im Moment T.C. Boyle, Wenn das Schlachten vorbei ist
.mache ich: Pause
.esse ich: gerne Gemüse, vor allem Spargel, rotes Fleisch, indische Curries, Thailändisch
.trinke ich: Smoothies sehr gerne, ist ja mehr ein Essen. Wasser, Kräutertee und am Wochenende habe ich Gin für mich entdeckt:-)
.rieche ich: gerne nach einem leichten, blumigen Parfum
.vermisse ich: Zeit, mehr Zeit für mich zu haben, zu fotografieren, zu malen, im Garten zu werkeln
.bedaure ich: meine Jugend und das junge Erwachsensein nicht mehr genutzt zu haben, zu viel Angst gehabt zu haben.
.träume ich: vom Liegen im Garten, mit einem dicken, spannenden Buch, Sonnenschein, von einem Hund, am besten einen Mops, von großen Apfelbäumen, die Schatten spenden. von weißen Wattewölkchen, in denen man Formen erkennen kann. Mit Freunden an einem langen Tisch sitzen und lachen.
.danke ich: Gott, dass alles so ist wie es ist.